Verhalten der Katze bei Angst

Das Verhalten der Katze bei Angst

Angst ist ein natürlicher Schutzmechanismus bei allen Lebewesen, logischerweise auch bei Katzen. Bei gefährlichen oder bedrohlichen Situationen ist es durchaus sinnvoll für Katzen, sowohl zurückhaltend als auch vermeidend zu reagieren. In der freien Natur ist dieses Verhalten eine wichtige Überlebensstrategie. Es ist ein natürlicher Instinkt, dass Katzen zwischen Neugier und Angst agieren. Diese beiden Empfindungen sind für ihr Überleben wichtig. Die Neugier auf der einen Seite für das Ausleben des Jagdtriebes und auf der anderen Seite die Angst als Schutzreaktion vor anderen wild lebenden Tieren oder Artgenossen.

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Doch es gibt auch noch eine andere Seite der Angst. Manche Katzen fürchten sich vor Dingen, die nicht unbedingt lebensbedrohlich sind. Katzen, die zusammen mit Menschen und anderen Haustieren in einem Haushalt leben, sollten zutraulich sein und sich mit anderen Familienmitgliedern gut vertragen. Eine scheue Katze kann für jeden Katzenbesitzer frustrierend sein.

Es ist egal, ob Sie schon Erfahrungen im Umgang mit Katzen haben oder ob Sie Anfänger sind. Mit dem richtigen Feingefühl für die Empfindungen einer Katze trägt man sehr zum Wohl und zur Zufriedenheit im Katzenalltag bei. Es ist zwar nicht so leicht zu verstehen, in welcher Stimmung oder Gemütslage sich eine Katze befindet, aber mit guter Beobachtungsgabe und aufmerksamer Geduld kann man die Bandbreite der Katzengefühle erkennen und verstehen lernen.

Was macht Katzen Angst?

  • laute, schrille und unbekannte Geräusche wie z.B. Staubsauger, Haushaltsgeräte, Gartengeräte, Bohrmaschinen, Geschirrklappern, Türklingel, Gewitter, Silvesterknaller usw.
  • unbekannte Gegenstände oder Objekte, die plötzlich und unerwartet auftauchen
  • fremde Menschen oder Tiere wie z.B. neue Besucher, Tierarzt, Hunde

Angstsymptome die man über die Körpersprache erkennt:

  • Körper: Eine Katze sucht bei Angst immer die Gelegenheit zur Flucht, um sich am liebsten in der hintersten Ecke verkriechen zu können. Ist ihr keine Flucht möglich, bleibt sie still stehen oder duckt sich. Ein Katzenbuckel mit gesträubtem Fell und das Aufrichten ihrer Vorderbeine verhelfen ihr größer zu erscheinen. Meist faucht oder knurrt sie auch und zeigt ihre Krallen.
  • Schwanz: Der Schwanz wird entweder zwischen die Hinterbeine eingeklemmt oder er fegt hin und her.
  • Kopf: Die Katze senkt den Kopf leicht nach unten und ihr Blick ist nach oben gerichtet. Die Schnurrhaare werden gesträubt oder sie liegen flach an der Schnauze an.
  • Ohren: Die Ohren sind ein unverzichtbares Kommunikationsmittel. Es ist ein Zeichen höchster Konzentration z.B. wenn sie sich putzt oder markiert. Dabei kann es sein, dass sie ihre Ohren seitlich oder nach hinten abkippt. Bei Angst klappt sie ebenfalls die Ohren in dieser Weise seitlich oder nach hinten ab. Steigert sich die Angst, werden die Ohren immer enger an den Kopf angelegt.
  • Augen: Bei Angst sind die Augen der Katze weit geöffnet und ihre Pupillen vergrößern sich. Dies kann aber auch bei freudiger Erregung passieren. Deshalb sind die Augen immer im Zusammenhang zu den restlichen Signalen der Körpersprache zu betrachten. Unverkennbar in diesem Kontext zeigt sie meist eine geduckte Körperhaltung.

Wie kann man der Katze bei Angst helfen?

Die Angst der Katze wird sich erst dann legen, wenn sie sich wieder sicher fühlt. Ist sie bereits in der Angst gefangen, wird es ihr nur helfen, wenn man wartet, bis sie sich wieder beruhigt hat. Sie hochzunehmen, was ihr keine Gelegenheit zu Flucht gibt, wird sie vermutlich mit Kratzen bestrafen. Auch Streicheln oder sie mit Leckereien zu locken, bringt in einer solchen Situation nichts.

Es ist jedoch möglich, der Katze im alltäglichen Zusammenleben die Scheu zu nehmen und ihr ein geborgenes Gefühl zu geben.

Einige Hilfestellungen wären:

1) Sorgen Sie für einen sicheren Rückzugsort, an dem sich die Katze wohl fühlt und sie in Ruhe gelassen wird, z.B. ein Lieblingsplatz im Haus, wo sie ungestört ist, eine gemütliche Stelle im Wandschrank, ein erhöhter Platz auf einem Schrank, der Zwischenraum auf einem Sofa. Stellen Sie ihr Katzenklo, ihr Futter und den Wassernapf in nicht all zu weitem Umkreis zum Rückzugsort auf.

2) Beseitigen Sie Geräusche, Gegenstände und Objekte, eben alles was der Katze Angst bereitet hat, z.B. laute Geräusche durch Staubsauger und andere Haushaltsgeräte. Vermeiden Sie hektische Bewegungen!

3) Wenn eine Katze neu in den Haushalt kommt, lassen Sie ihr Zeit, sich an die Umgebung zu gewöhnen und ihr neues Zuhause zu erkunden, d.h. warten Sie bis sie von selbst aus ihrer sicheren Rückzugsmöglichkeit kommt.

4) Haben Sie Geduld und nehmen Sie Rücksicht. Achten Sie auf Ihre eigene Stimmlage und Ausdruck. Sprechen Sie ruhig und mit tiefer sanften Stimme mit ihr und beruhigen Sie sie dadurch. Blicken Sie ihr nicht tief in die Augen. Das könnte für sie Angriffslust signalisieren. Heben Sie die Katze nicht hoch bei Angst und zwingen Sie sie nicht in ihre Nähe

5) Spielen Sie mit der Katze. Ermutigen Sie sie zum Spielen. Das unterstützt das Selbstvertrauen und lockt sie aus der Passivität. Gleichzeitig fördert es die Bindung zu Ihnen.

6) Sorgen sie für eine routinemäßige Fütterung. Es bedeutet für die Katze, dass sie sich voll auf Sie verlassen kann und fördert die Bindung. Auch das aus der Hand fressen steigert die Verbundenheit.

7) Sorgen Sie dafür, dass Ihre Katze die Möglichkeit hat, andere Familienmitglieder, Besucher, andere Haustiere in sicherer Umgebung kennen zu lernen. Lassen Sie ihr Zeit bis sie sich daran gewöhnt und feststellt, dass keine Gefahr von ihnen ausgeht.

8) Sorgen Sie dafür, dass keine Übergriffe, die wir nicht als solche empfinden, stattfinden. Sie kann schon durch leichte für uns bedeutungslose Behandlung verängstigt werden.

Angst bedeutet für eine Katze erheblichen Stress. Schlechte Erfahrungen oder ein Mangel daran können bei einer Katze zur übersteigerten Angst führen. Leidet die Katze unter einer ausgeprägten Angststörung, sollten Sie mit Ihren Tierarzt darüber sprechen.

Bildquellen

  • Katze versteckt sich: #107824611 | © rhoenes - Fotolia.com

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