Steckbrief Manul, Pallaskatze

Steckbrief Manul, Pallaskatze (Wildkatze)

Herkunft und Lebensraum

Der Manul bzw. die Pallaskatze ist eine wild lebende kleine Katzenart, die älteste lebende Katzenart überhaupt. Sie gilt als Verwandte des urzeitlichen Säbelzahntigers. Fossilienfunde deuten darauf hin, dass diese Katzenart schon vor 10 Millionen Jahren lebte. Vor ca. 5 Millionen Jahren verzweigte sich der Stamm der Pallaskatzen von den Vorfahren der Bengalkatze ab. Ihre Entdeckung war 1779 durch den Berliner Naturforscher Peter Simon Pallas, nach dem sie benannt wurden. Es gibt drei Unterarten,die sich hinsichtlich Fellfarbe und Musterung unterscheiden.

Die Pallaskatzen leben bevorzugt in den gebirgigen Hochlandsteppen bis auf einer Höhe von mehr als 4.000 Metern. Sie ist über die felsigen Steppen und Wüsten Zentralasiens, zwischen Afghanistan, Südsibirien und der Mongolei bis hin zum Baikalsee verbreitet.

Ihr Zuhause sind Erdhöhlen, Felsspalten und oft auch verlassene Luchs-, Fuchs- oder Murmeltierbauten. Diese schützen sie vor dem rauen und windigen Klima (auch bei hohen Minusgraden) und vor Greifvögeln.

Der Manul galt ab 2002 als gefährdete Tierart. Im Jahre 2020 wurde diese Gefährdungsstufe wieder heruntergesetzt, weil der Bestand mit geschätzten 58.000 erwachsenen Katzen wieder stabiler eingestuft wurde. Heute wird die Gesamtpopulation auf 50.000 Exemplare geschätzt.

Der Lebensraum der Manule ist bedroht. Die größte Bedrohung in der heutigen Zeit ist der Mensch. Durch die Ausbreitung der Zivilisation, Gewinnung landwirtschaftlicher Nutzflächen sowie der Abbau von Rohstoffen und Überweidung wird ihr Lebensraum, nicht nur für diese Wildkatzenart, stark eingeschränkt.

Außerdem nimmt auch die Zahl ihrer Beutetiere, wie Murmeltiere und Pfeifhasen ab, weil diese gejagt und vergiftet werden (wegen Krankheitsübertragungen), was zum Verlust ihrer Nahrungsgrundlage führt. Früher wurden Manule auch wegen ihres Felles erlegt. 1989 hörte der legale Pelzhandel auf und Manule mussten nicht mehr als Pelzlieferant herhalten, ausgenommen in der Mongolei, wo sie weiterhin gejagt werden und von wo aus Felle illegal nach China ausgeführt werden.

Zur Arterhaltung wurden Projekte wie Pallas’s cat International Conservation Alliance (PICA) gegründet, mit dem Ziel der Aufklärung und zur Gewinnung von wissenschaftlichen Erkenntnissen über die zurückgezogen lebenden Pallaskatzen.

Lebensweise

Der Manul bzw. die Pallaskatze ist nicht als Hauskatze geeignet und somit auch nicht käuflich. In Gefangenschaft werden sich Pallaskatzen nie wohlfühlen, werden depressiv und verlieren ihren Lebenswillen. Menschen, die versucht haben, verlassene Manulbabys aufzuziehen, sind gescheitert. Die Pallaskatze wird jede Gelegenheit zur Flucht nutzen. Domestizierte Tiere können nicht überleben und sterben.

Wenn überhaupt, dann ist eine artgerechte Unterbringung und Versorgung nur in Tierparks oder Zoos mit großem Gehege möglich.Es gibt die Möglichkeit, Pallaskatzen in 40 verschiedenen Zoos in Europa zu begutachten.

Manule führen überwiegend eine versteckte Lebensweise. Sie sind zwar auch tagaktiv, doch verbringen sie ihre Zeit lieber meist schlafend in natürlichen Felsspalten und Höhlen. In der Dämmerung oder in der Nacht werden sie zu aktiven Einzelgängern und dulden keine Konkurrenten in ihrem Revier. Ihr Gebiet, welches sie abgesteckt haben, wird markiert durch Abkratzen von Baumrinden. Wenn sie auch lieber prinzipiell jedem Streit aus dem Weg gehen, kämpfen sie, wenn es sein muss, um Leben und Tod. Da sind die Weibchen genauso kämpferisch wie ihre männlichen Artgenossen.

Jagdzeit ist meist ab dem späten Nachmittag bis tief in die Nacht hinein. Zu ihrer hauptsächlichen Beute gehören Insekten, Mäuse, Vögel, Steinhühner. Ihre Lieblingsspeise sind Pikas, das sind mit den Hasen verwandte Nagetiere.

Dank ihrer Kunst der Tarnung können sie ihre Jagdbeute unauffällig belauern und dann aus der Deckung heraus im felsigen Gelände erlegen. Trotz ihres schwerfälligen stämmigen Körpers und den kurzen Beinen, die sich nur für kurze Distanzen eignen, haben ihre Beutetiere kaum eine Chance zu entkommen. Mit ihren starken Pfoten und ihrem Gebiss mit scharfen Reißzähnen, die dreimal länger sind als die unserer Hauskatzen, sind sie perfekte Jäger.

Während der Paarungszeit machen die Pallaskatzen von ihrem Einsiedlerdasein eine kurze Unterbrechung. Da bleiben Männchen und Weibchen mehrere Tage zusammen. Eine Katze ist rund 65 Tage trächtig und sie bringt meist fünf bis sieben Junge zur Welt. Die Katzenbabys öffnen ihre Augen nach zwei bis zehn Tagen und werden ca. sechs bis acht Wochen gesäugt. Schon nach drei Monaten fangen sie an selbständig zu werden und mit vier Monaten beginnen sie bereits zu jagen. Mit zehn Monaten sind sie erwachsen und mit 12 bis 18 Monaten geschlechtsreif.

Aussehen

Manule haben seit Tausenden von Jahren ihr Aussehen nicht verändert. Mit ihrem breiten Kopf und flachen Gesicht sowie ihren niedrig angesetzten runden und breiten Ohren sehen sie aus wie Plüschtiere. Sie haben eine sehr ausdrucksstarke Mimik. Pallaskatzen haben mittlerweile einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht und fesseln die Menschen im Internet. Sie sind mit ihrem oft etwas grimmigen Gesichtsausdruck sehr amüsant.

Pallaskatzen sind so groß wie unsere Hauskatzen. Von Kopf bis zum Rumpf messen sie durchschnittlich ca. 60 Zentimeter. Sie wirken allerdings ein bisschen größer mit dem langen Fell und dem dicken flauschigen Schwanz mit bis zu 30 Zentimeter Länge. Sie haben eine gedrungene Erscheinung, sind stämmig und haben kurze Beinchen. Sie erreichen ein Gewicht von 2 bis 5 kg. Manule haben das dickste Fell unter den Katzen mit sehr viel Unterwolle, was bei den krassen Minustemperaturen, denen sie oft ausgesetzt sind, warm hält, aber ihre Körper noch kompakter erscheinen lassen. Die Fellfarbe ist rötlich, ockergelb bis grau mit fast nicht erkennbaren Querstreifen und dunklen Tupfen. Im Winter ist das Fell dichter, länger, grauer und weniger gemustert. Der schwarz gepunktete Oberkopf gehört zu ihrer auffälligen Erscheinung.

Die Augen sind für Kleinkatzen ungewöhnlich. Im Gegensatz zu den meisten anderen Kleinkatzen sind bei Pallaskatzen die Pupillen rund, wie bei Löwen und Tigern. Die Pupillen verengen sich auch nicht bei Sonneneinstrahlung zu Schlitzen. Die Iris ist gelbgrün.

Pallaskatzen miauen nicht. Die Laute klingen eher wie Hundegebell oder wie der Ruf einer Eule. Sie können auch wie unsere Hauskatzen fauchen und knurren.

Körperbau: gedrungen, stämmig mit kurzen Beinen

Gewicht: ca. 2 bis 5 kg

Alter/Lebenserwartung: 12 Jahre

Herkunft: Zentralasien

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