Steckbrief Bengalen – Katze

Die Bengalen Katze

Herkunft

Die Bengalen Katze wird auch Bengalese oder Bengalkatze genannt. In Deutschland hat sie auch die Bezeichnung „Leopardette“.

Die Zucht der Bengalen Katze wurde in den USA von der Genetikerin Jean Mill mit der Paarung einer Asiatischen Leopardenkatze (Prionailurus bengalensis) mit einer Hauskatze begonnen. Jean Mill kreuzte in den 60er Jahren eine weibliche Leopardenkatze mit einem schwarzen Hauskater. Ihr Ziel war es, eine Katze zu kreieren, die das Aussehen der wilden Leopardenkatze haben sollte und den Charakter einer Hauskatze. Sie legte mit den ersten Hybriden das Fundament für die Bengalen-Zucht.

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Die erste Bengalenkatze mit dem Namen „Kinkin“ präsentierte durch ihre getupfte Fellzeichnung und ihrem geschmeidigen Körperbau das gewünschte Erscheinungsbild. Leider blieben bei dem Versuch, mit „Kinkin“ Nachkommen zu zeugen, diese unfruchtbar. Jean Mill unterbrach ihre Zuchtversuche einige Jahre. Erst in den 70er Jahren führte sie die Zucht in Zusammenarbeit mit dem Genetiker Dr. Willard Centerwall von der Universität of California fort.

Durch Kreuzungen mit Mischlingskatzen, Abessinier Katzen und Orientalen Katzen entstanden fruchtbare Nachkommen. 1983 wurde die Bengalkatze „Millwood Finally Found“ ausgestellt. Heute werden in die Zucht keine Wildkatzen mehr eingekreuzt und die Zucht erfolgt nur noch mit Bengalkatzen. Sie gehört immer noch zu den neuen und seltenen Rassekatzen und wurde erst im Jahre 1999 von den Katzenzuchtverbänden als Rasse anerkannt. In China wurde die Wildform der Bengalkatze leider wegen ihres schönen Felles gejagt. Erfreulich ist, dass sie mittlerweile in den meisten Ländern unter Naturschutz steht.

Charakter und Haltung

Die wunderschöne und graziöse Bengalenkatze stellt besondere Ansprüche an ihren Halter. Sie braucht viel Bewegung weil sie sehr aktiv und fit ist, neugierig und selbstbewusst. Ihre Intelligenz, ihre Lernfreudigkeit und Verspieltheit bis ins hohe Alter machen es notwendig, dass man diese Katze geistig und körperlich beschäftigt und fordert. Sie ist aufmerksam und wünscht von ihren Menschen ebenfalls viel Aufmerksamkeit und abwechslungsreiche Unterhaltung. Wenn sie das nicht bekommt, wird sie es mit auffälligem Verhalten quittieren. Apportierspiele, Geschicklichkeitsspiele, Jagdspiele sind abwechslungsreiche Herausforderungen. Ein großes Sortiment an Spielzeug sollte auch nicht fehlen.

Sie ist athletisch, hat einen überdurchschnittlich großen Bewegungsdrang und ist immer auf der Suche nach neuer Anregung und Betätigung. Bekommt sie das nicht, sucht sie sich ihre Beschäftigung selbst, indem sie z.B. Regale umdekoriert, Schubladen und Schranktüren öffnet und das Innenleben durchforstet. Mit ihrer enormen Sprungkraft kommt sie überall hin. Aus diesem Grund sollten genügend Klettermöglichkeiten und ein großer Kratzbaum vorhanden sein. Im Idealfall sollte man ihr Freilauf oder ein Freigehege anbieten. Außerdem lieben sie das Wasser, wie ihre wilden Vorfahren. Gönnen Sie ihr ein Planschbecken, sonst sind Ihre Dusche oder Badewanne und wenn es sein muss, das Aquarium nicht vor ihr sicher.

Eine Bengalenkatze alleine zu halten, ist bedenklich. Sie braucht unbedingt Gesellschaft von Artgenossen, einen Spielgefährten wie eine zweite Bengalenkatze oder eine Rasse, die ihrem Temperament entspricht.

Die Bengalkatze ist aber auch besonders sanft und freundlich, äußerst menschenbezogen, anhänglich und verschmust. Sie ist sehr redselig und unterhält sich gerne. Ihre Menschen werden mit hemmungslosen sympathischen Schnurren und Miauen unterhalten. Bei freundlicher Beachtung und Beschäftigung ist sie die perfekte Hausgenossin.

Aussehen

Das Aussehen der Bengalkatze ist wild, allein schon durch ihre Fellzeichnung. Das gemusterte Fell sieht idealerweise aus wie das eines Leoparden, ist getupft oder marmoriert (marble). Es gibt einfarbige Tupfen (spotted) oder zweifarbige Tupfen (rosetted), das möglichst stark konturiert ist. Eine Streifenzeichnung wie bei der getigerten Hauskatze gilt als unerwünscht. Die erlaubten Farben der Bengalkatzen sind Brown, Golden, Snow und Silver Orange oder Blau. Der Bauch einer Bengalkatze soll getupft sein. Das Fell ist kurz bis mittellang, eng anliegend, dicht und seidenweich. Die Fellpflege erfordert wenig Aufwand. Lediglich ein wöchentliches Bürsten ist empfehlenswert. Der Körperbau der Bengalkatze ist mittelgroß bis groß, schlank und muskulös. Die Kopfform ist breit und keilförmig. Ihre Ohren sind klein und abgerundet, stehen weit auseinander und sind nach vorn geneigt. Die Augen sind groß und oval. Die Augenfarbe grün, gelb oder blau. Besonders schön ist ihr schwarzer von den Augenwinkeln ausgehender Lidstich. Der Schwanz ist kurz bis mittellang und hat eine abgerundete Spitze.

Körperbau: sehr schlank, muskulös, kräftig, mittelgroß bis groß (ca. 40 cm
Schulterhöhe), Hinterbeine hoch und kräftig, Ballen schwarz

Gewicht: Kater: ca. 5 bis 6 kg, Katzen 3 bis 4 kg

Alter: Lebenserwartung liegt bei 15 Jahren

Herkunft: USA

Bildquellen

  • Bengal kitten fooling around turning upside down: #207764211 | © Yevheniia - Fotolia.com

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