Steckbrief Ägyptische Mau – Katze

Die Ägyptische Mau – Katze

Herkunft

Die Ägyptische Mau zählt zu den ursprünglichsten und ältesten Kurzhaarkatzen. Die Rasse entwickelte sich über Jahrtausende auf natürlichem Weg und ihre gepunktete Fellzeichnung entstand ohne Zuchteinfluss. Sie stammt aus Ägypten und ihre Verwandtschaft zu den Katzen der alten Pharaonen ist durch genetische Tests bewiesen. Statuen der Pharaonenkatze oder Abbilder der getupften Pharaonenkatze auf altägyptischen Grab- und Wandmalereien sowie auch auf Kunstgegenständen weisen große Ähnlichkeiten mit der Ägyptischen Mau auf.

Der Begriff „Mau“ bedeutet in Ägypten schlicht Katze. Im alten Ägypten wurde die Katzengöttin „Baset“ mit ihren naturgemäßen Gegensätzlichkeiten als Göttin der Sonne „Sonnengöttin“ und der Nacht „Mondgöttin“ verehrt. Sie war die Göttin der Liebe und der Freude, Schwangerschaft und Geburt sowie des Krieges. Sie symbolisierte Gesundheit und Heilung und hatte regenerierende Kräfte. Sie wurde als Frau mit dem Haupt einer Katze oder direkt als Katze dargestellt. Die Priester der Katzengöttin „Baset“ züchteten die Katzen und boten sie der Bevölkerung für Grabbeigaben an. Die Tötung einer Katze war nur den Priestern und nur für sakrale Zwecke erlaubt. Die Priester balsamierten und mumifizierten die Katzenkörper und in einer Zeremonie wurde das Katzenopfer in eine speziell angefertigte heilige Grabkammer gelegt. Die Katze spielte eine wichtige Rolle im Leben der Ägypter und deren Religion.

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Mitte des 20. Jahrhunderts begann die eigentliche Rassezucht der Ägyptischen Mau in Nordamerika durch eine russische Großfürstin namens Natalia Troubetzkoy. Die Fürstin lebte vorübergehend in Italien im Exil und entdeckte die Katze beim Besuch eines ägyptischen Botschafters, der ein männliches Exemplar dieser Katzenart besaß. Sie importierte aus Syrien eine exotische Katze und paarte diese mit dem Kater des Botschafters. Aus ihrer Zucht stammt eine Reihe von getupften Kurzhaarkatzen. Ende des 20. Jahrhunderts war die Rasse auch in Europa bekannt. Obwohl sie mittlerweile voll im Trend liegt, gehört sie immer noch zu den sehr seltenen Katzen. Es gibt nur wenige Züchter in Europa.

Charakter und Haltung

Die Ägyptische Mau verzaubert durch ihre Anmut und Lebensfreude jeden Katzenliebhaber. Sie zählt zu den schnellsten Katzenarten der Welt. Bei der Jagd erreicht sie eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Aus diesem Grund wird sie auch als „kleiner Gepard“ bezeichnet. Wie beim Geparden hat sie an den Hinterpfoten längere Zehen und zwecks höherer Elastizität eine Hautfalte am Bauch. Wenn jemand die Möglichkeit hat, sie ohne Gefahr als Freigänger zu halten, sollte er ihr das gewähren. Eine Haltung mit Garten oder begrenztem Freilauf wäre auch ideal, damit sie sich nach Lust und Laune austoben kann. Ihre Lebhaftigkeit behält sie bis ins hohe Alter. Sie ist intelligent, lernbegierig, hemmungslos neugierig und verspielt. Spielzeuge und Klettermöglichkeiten gehören bei dieser aktiven Katzenart in jeden Katzenhaushalt. Durch ihre Pfiffigkeit kann man ihr gut Tricks beibringen und es ist sogar möglich, sie an der Leine herumzuführen. Ihre Anhänglichkeit und Menschenbezogenheit machen sie zu einem sehr familienfreundlichen Mitbewohner. Bestimmten Bezugspersonen bleibt sie ein Leben lang treu ergeben. Wie alle anderen Katzen hält sie viel auf Reinlichkeit und sie pflegt sich den ganzen Tag. Es ist eine Freude, ihr beim Entspannen zuzusehen. Auch wenn sie im Halbschlaf genüsslich vor sich hinschlummert, hat sie keine Mühe, von jetzt auf nachher in den Aktivmodus umzuschalten. Es entgeht ihr nichts. Sie ist eigensinnig und lässt sich wenig vorschreiben.

Fremden gegenüber verhält sie sich eher scheu. Einige Exemplare sind fremden Personen gegenüber aber auch sehr offen, kontaktfreudig und zutraulich. Sie kann in einem Augenblick liebenswürdig schnurren und im nächsten Moment fauchend und kratzbürstig sein. Sie schätzt ihre Menschen und man kann sich an ihrem Wesen erfreuen. Ihren Besitzern vermittelt sie manchmal das untrügliche Gefühl, dass sich Katzen doch nicht wirklich domestizieren lassen. Sie ist eine Jägerin und liebt die Jagd im Freien. Ihr Revier wird heftig verteidigt. Gegenüber Artgenossen mit gleichem oder ähnlichem Temperament ist sie sehr aufgeschlossen. Sie freut sich über Spielgefährten und es empfiehlt sich, sie als Paar zu halten.

Aussehen

Die Ägyptische Mau ist mittelgroß, langbeinig, schlank, muskulös und doch zart. Ihre grazilen raubkatzenähnlichen Bewegungen erinnern an einen Leoparden. Das Kurzhaarfell ist am ganzen Körper mit dunklen Tupfen bedeckt, glatt und weich, dicht am Körper anliegend und schimmert seidig. Das Fell ist sehr pflegeleicht, doch sollte man es ab und zu sanft bürsten. Die häufigsten Fellfarben sind bronze, zinn, silber und smoke mit dunkleren Flecken. Beine und Schwanz sind dunkel gestreift. Die Beine sind lang und schlank, die Hinterbeine etwas länger.

Der Kopf hat eine leicht keilförmige Kontur und ist an den Wangen etwas abgerundet. Unkastrierte Kater bekommen mit fortgeschrittenem Alter eine deutlich ausgeprägte Wangenpartie. Die Zeichnung im Gesicht ist M-förmig und reicht von einem Ohr zum anderen. Die Ohren sind verhältnismäßig groß, breiter am Ansatz und laufen spitz zu. Das Fell an den Ohren ist enganliegend und endet an den Spitzen mit aufrecht stehenden Büscheln. Sie besitzt große mandelförmige Augen in den Farben grün, manchmal bernsteinfarben und sie hat den erstaunten „Maublick“.

Körperbau: schlank, muskulös, mittelgroß, langbeinig, runde Pfoten

Gewicht: Kater: ca. 4 bis 5 kg, Katzen 2,5 bis 3,5 kg

Alter: Lebenserwartung 14 bis 16 Jahre

Herkunft: Ägypten

Autor: Bianka Gistel

Bildquellen

  • Katzen-12510: #36661287 | © eSchmidt - Fotolia.com

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