Demenz bei Katzen – eine kognitive Dysfunktion

Wie erkennt man eine Demenz bei der Katze?

Die natürliche Lebenserwartung bei Katzen war früher sehr viel niedriger als heute. Dank einem umsorgten Leben, guter Pflege, gesundem Futter und medizinischer Betreuung werden Katzen heute wesentlich älter, manchmal 20 Jahre und mehr. Demzufolge stellen sich bei unseren Stubentigern heute mehr typische altersbedingte Beschwerden, oft ab dem 15. Lebensjahr ein, manchmal auch schon früher. Meist sind es normale Alterserscheinungen und nicht jede Katze wird im Alter krank. Mit zunehmendem Alter kann bei manchen Katzen auch eine Demenz eintreten.

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Die systematische Erforschung der Demenz bei Tieren findet erst seit ca. 10 Jahren statt. Sie setzt schleichend ein und hat unterschiedliche Ausprägungen und Symptome.

Nachfolgende Anzeichen können auf eine Demenz bei Katzen hindeuten:

  • Verwirrtheit und Desorientiertheit – meist nach dem Aufwachen
  • zielloses unruhiges Umherwandern – meist nachts
  • Vergesslichkeit – die Katze findet ihren Lieblingsplatz, Katzenklo, Futterstelle
    nicht mehr
  • Störungen in räumlicher und zeitlicher Orientierung
  • vertraute Personen und Artgenossen werden nicht mehr erkannt
  • häufiges unbegründetes Schreien – vor allem nachts
  • Unsauberkeit
  • Ruhelosigkeit
  • Unverträglichkeit und soziale Probleme mit anderen im Haushalt lebenden Katzen – Veränderung in der Rangordnung
  • Verhaltensänderungen – z. B. plötzliche Angst, überraschende Aggressivität
  • Desinteresse an Bezugspersonen oder Spielzeug
  • Appetitlosigkeit

Symptome einer Depression bei Katzen

Eine Diagnose ist schwierig, zumal die Symptome sehr verschieden sind. Zunächst ist es wichtig, die Katze vom Tierarzt untersuchen zu lassen. Er wird abklären, ob keine anderen organischen Krankheiten vorliegen, sich beim Besitzer über das Verhalten der Katze erkundigen und ein umfassendes Blutbild erstellen.

Durch MRT (Magnet-Resonanz-Tomografie) kann der Tierarzt zusätzliche Hinweise auf eine Demenz erhalten. Leider kann man Demenz bei Katzen (wie auch beim Menschen) nicht heilen. Aber mit entsprechender Medikation, gutem Einfühlungsvermögen durch den Katzenbesitzer und einer extra Portion Fürsorge und Geduld kann man der Katze einen schönen Lebensabend ermöglichen.

Was muss man außerdem noch beachten?

Das Gewicht der Katze sollte wiederkehrend überwacht werden, um Schwankungen nach oben oder unten sofort festzustellen. Darüber hinaus ist es sinnvoll, die Sehkraft und das Gehör der Katze zu testen.

Wie geht man auf die veränderten Bedürfnisse ein?

Liebe und viel Geduld ist das einzige, was hilft. Die Katze wird jetzt öfters Ihre menschliche Nähe suchen. Geben Sie Ihrer Katze ausreichend Zuwendung und Streicheleinheiten! Sie braucht viel Ruhe und Behaglichkeit. Weil sie möglicherweise jetzt auch mehr Schlaf benötigt, wird sie sich über einen angewärmten und leicht erreichbaren Ruheplatz sehr freuen.

Üben Sie sich in Geduld und Toleranz, wenn ihre Katze neue Macken entwickelt oder wenn z.B. mal eine Pfütze neben dem Katzenklo schwimmt. Mehrere leicht zugängliche Katzenklos helfen der Katze, wenn sie häufiger als früher urinieren muss. Auch die Fütterung sollte überwacht werden.

Sollte sie wenig oder überhaupt keinen Appetit mehr haben, kann man ihr Futter, das
ohnehin hochwertig und schmackhaft sein sollte, mit leckeren Zutaten wie z.B. Parmesankäse verfeinern. Wenn Sie es leicht anwärmen, schmeckt es ihr umso besser. Um den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen, können Sie auch etwas Wasser unters Futter mischen. Bei einsetzendem Übergewicht machen Sie die Essensportionen kleiner, nur hungern darf man sie nicht lassen. Die Trink- und Fressnäpfe können mit einem im Handel erhältlichen Napfständer erhöht werden oder Sie stellen etwas zum Erhöhen unter den Fressnapf.

Das Klettern und Bewegen wird der Katze mit zunehmendem Alter oft schwerer fallen. Im Handel gibt es Aufstiegshilfen für den Kratzbaum oder den Lieblingsplatz.

Bei der Fellpflege braucht die Katze nun wahrscheinlich auch Ihre Unterstützung. Bürsten Sie das Fell ihrer Katze regelmäßig oder reiben Sie es mit einem leicht feuchten warmen Tuch ab.

Eine freilaufende Katze sollte man nicht mehr ungehindert losziehen lassen, da sie gegebenenfalls Schwierigkeiten bekommt, wieder nach Hause zu finden. Sie wird ohnehin nicht mehr so gerne weit weg gehen.

Vermeiden Sie Stress und Störungen! Einfühlsame Katzenbesitzer können die liebevolle und harmonische Beziehung zu ihrer Katze aufrecht erhalten und ihr mit diesen einfachen Mitteln ein würdevolles Leben ermöglichen.

Wie kann ich eine Demenz verzögern oder ihr vorbeugen?

Die biologische Alterung kann man nicht verhindern, doch man kann durch gezieltes
Training und regelmäßige Beschäftigungsmöglichkeiten (Fummelbretter und
Intelligenzspielzeug) vorbeugen und gegensteuern. Solange es ihr Spaß macht, kann
man sie mit Versteckspielen locken, ihr Hängematten, Höhlen und Kuschelplätze
anbieten. Sollte sie von den Katzenspielzeugen nicht mehr so richtig begeistert sein,
überraschen Sie sie mal mit einem neuen Modell oder mit einem selbst gebastelten
Spielzeug!

Autor: Bianka Gistel

Bildquellen

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