Das Jagdverhalten einer Katze

Katzen – die perfekten Jäger

Katzen gehören zur Familie der Raubtiere. Sie sind Fleischfresser und gehen meist allein auf die Jagd. Ihr gesamter Bewegungsapparat und ihre hoch entwickelten Sinne sorgen dafür, dass Katzen ausgezeichnete Jäger sind. Der Körperbau, insbesondere ihre flexible Wirbelsäule, das stabile Skelett, die Gelenke und ihre ausgeprägte Muskulatur sind überaus elastisch und geschmeidig. Durch die lose Verbindung der Wirbel und den Aufbau der Schultern zum Brustkorb erlangt eine Katze eine immense Beweglichkeit. Alles wird mit Muskeln und Sehnen zusammengehalten. Die Sehnen ziehen sich wie Gummibänder zusammen, sodass sie mit Hilfe ihrer kraftvollen Muskeln der Hinterbeine aus dem Stand bis zu einer Höhe von 1,60 m springen kann. Sie kann sich geschickt und vor allem schnell und lautlos fortbewegen. Ihr Schwanz ist ein wichtiges Steuerinstrument, um das Gleichgewicht zu halten. Elegant und anmutig spaziert sie auf den Zehenspitzen. Indem sie nur mit den Zehen den Boden berührt, kann sie schneller laufen und größere Schritte machen. Wie Seiltänzer können Katzen mühelos auf Ästen und Zäunen balancieren. Bei der Jagd verbrauchen sie viel Energie. Sie sind hervorragende Sprinter, aber verfügen über keine große Ausdauer. Katzen jagen ihre Beute anders als Großkatzen oder Hunde. Sie hetzen ihrer Beute nicht über längere Zeit, sondern sie sind Schleichjäger. Während des Anpirschens kann sie in ihren Bewegungen erstarren und lange innehalten, damit das Beutetier keinerlei Bewegungen registriert. Ein effizienter schneller Beutesprung und eine präzise Landung sind der Garant für eine erfolgreiche Jagd.

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Mit den Lichtverhältnissen bei anbrechender Dämmerung nach Sonnenuntergang kommen die Augen einer Katze sehr gut zurecht. Sie sehen im Hellen genauso scharf wie in der Dämmerung. Deshalb jagen Katzen besonders gerne in dieser Zeit. Mit den Augen einer Katze kann jede verdächtige Bewegung sehr schnell registriert werden. Die nach vorne gerichteten Augen ermöglichen ihr ein gutes räumliches Wahrnehmen und bieten ihr ein breites Sichtfeld. Ihre Pupillen verengen sich in der Helligkeit zu Schlitzen. Bei Dunkelheit allerdings erweitern sich ihre Pupillen zur vollen Größe, damit auch das letzte Quäntchen Licht absorbiert werden kann. Katzen haben multifokale Linsen und eine reflektierende Schicht hinter der Netzhaut. Das Licht wird wie ein Spiegel auf die Netzhaut zurückgeworfen.

Zum Aufspüren ihrer Beute ist die Katze mit einem ausgeprägten Gehörsinn ausgestattet. Es zählt zu dem besten unter allen Säugetieren. Ihre Ohren, die sie unabhängig voneinander in verschiedene Richtungen drehen kann, sind wie Schalltrichter. Mit ihnen kann sie Geräusche und deren Herkunftsrichtung exakt bestimmen. Sie muss nicht einmal ihren Kopf dabei drehen. So registriert sie Beute auch völlig ohne Sicht und kann die Geräuschquelle räumlich schnell lokalisieren. Im hohen Frequenzbereich hören Katzen sehr viel besser als Menschen oder als viele andere Säugetiere. Sie hören sogar im Ultraschallbereich und können das Fiepen einer Maus unter der Erde wahrnehmen.

Das Gesicht der Katze ist mit verschiedenen Tasthaaren (Vibrissen) ausgestattet. Die Schnurrhaare an der Schnauze sorgen für eine zuverlässige Orientierung in der Dunkelheit. Mit ihnen kann sie Breitenverhältnisse richtig einschätzen. Auch mittels der sensiblen Tasthaare über den Augenbrauen, an den Vorderbeinen und Pfoten können die Katzen kleinste Schwingungen mit der zugehörigen Verortung in der Umgebung zuverlässig bestimmen.
Der Geruchssinn ist bei Katzen ebenfalls hoch entwickelt. Er ist zwar nicht so gut wie der von Hunden, aber mit ihren 60 Millionen Riechzellen haben sie dreimal mehr als der Mensch. Mit ihrer empfindlichen Nase kann die Katze gut Beute wittern. Sie besitzt noch einen weiteren Geruchssinn im Gaumen, das Jocobson’sche Organ. Über den Luftstrom beim Einatmen analysieren sie Duftmarken und Sexuallockstoffe. Das Wittern eines für die Katze interessanten Duftstoffes nennt man Flehmen.

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  • : #101320773 | © zsv3207 - Fotolia.com

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