Adipositas – Übergewicht bei der Katze

Adipositas (Fettleibigkeit)  – Das Übergewicht bei der Katze

Wie erkenne ich bei der Katze Gewichtsprobleme?

Eine mollige Katze macht sich wohl eher keine Gedanken um ihre schlanke Linie. Auch hat sie noch nie etwas von einem BMI gehört. Obwohl es auch für Katzen einen „Body-Mass-Index“ gibt, den „Body Condition Score“, ein Richtmaß zur objektiven Bewertung des Übergewichts. Hierbei werden die Körperproportionen, der Bauch- und Taillenumfang und der Verlauf der Bauchlinie begutachtet. Fett wird besonders um Bauch und Rumpf, aber auch um Flanken, Beine, Gesicht und Nacken gespeichert. Ein Anzeichen für Fettleibigkeit ist, wenn sich die Rippen, die Lendenwirbel und Beckenknochen nur noch schlecht ertasten lassen. Auch ein seitlich gerundeter Bauch, der beim Laufen hin und her wackelt, weist darauf hin, dass es höchste Zeit ist, die Notbremse zu ziehen. Rassestandards für Rassekatzen haben zum Erkennen von Übergewicht Richtlinien in Bezug auf Größe und Körpergewicht erstellt. Regelmäßiges monatliches Wiegen hilft bei der Kontrolle.

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Zu viel Gewicht drückt auch dem Stubentiger auf’s Gemüt. Eine gesunde fitte Katze hat Lebensfreude und ist beweglich. Eine dicke Katze bewegt sich weniger, hat Einschränkungen beim Springen, Rennen und Spielen. Auch das ordentliche Putzen macht Schwierigkeiten, weil der Bauch häufig stört und der Rücken nicht mehr richtig erreicht wird.

Das Aufsuchen eines Tierarztes ist jedoch vor einer Diät sehr zu empfehlen, weil der Tierarzt feststellen kann, ob hinter der Gewichtszunahme (aber auch bei einer Gewichtsabnahme) eine Erkrankung steckt. Bei kastrierten Katzen und natürlich auch Kater entsteht durch die Hormonumstellung ebenfalls ein Hang zu Übergewicht.

Ursachen der Adipositas

Wenn die Katze mehr Energie über die Nahrung zu sich nimmt, als sie verbraucht, entsteht Übergewicht. Durch das Mehr an Energie entstehen Fettdepots, die eingelagert werden. Bei dauerhaft erhöhter Nahrungsaufnahme werden die Fettreserven nicht mehr abgebaut. Auch ein zu energiereiches Futter, zu hohe Futtermengen und zu viel Leckerlis zwischendurch fördern das Übergewicht. Falsch anerzogenes Fressverhalten durch Überfütterung im jungen Alter hemmen das natürliche Sättigungsgefühl. Futterneid, der bei mehreren Katzen im Haushalt auftreten kann, und stets zur Verfügung stehendes Futter, können zu erhöhtem Fressverhalten führen. Einige Katzen benötigen durch ihre Konstitution weniger Futter als andere, um ihr Idealgewicht zu erhalten. Ebenso ist das Alter zu berücksichtigen. Ältere Katzen benötigen eine geringere Futterration.

Auch zu wenig körperliche Aktivität und Bewegung, vor allem bei Wohnungskatzen, sorgen dafür, dass ein Zuviel an Kalorien nicht verbraucht werden. Die Katze wird durch zunehmendes Gewicht zudem immer träger und kann ihr eigenes Instinktverhalten nicht mehr ausführen.

Erkrankungsrisiko für Katzen

  • Verdauungsstörungen
  • Diabetes
  • Orthopädische Erkrankungen an Gelenken, Wirbelsäule, Skelett- und Muskelsystem
  • Herz- und Kreislauferkrankungen
  • Hauterkrankungen (vermehrte Schuppenbildung, Haarausfall, Akne)
  • Hepatische Lipidose (Fettleber)
  • Harnwegserkrankungen
  • Organverfettung
  • erhöhtes Krebsrisiko
  • Steigendes Narkoserisiko bei Operationen
  • Stoffwechselstörungen

Ernährung / Empfehlung

Eine übergewichtige Katze darf nicht hungern. Eine Radikaldiät kann für die Katze lebensgefährlich werden. Durch Energiemangel kann die Leber überfordert werden (Gefahr der hepatischen Lipidose).

Am besten ist es, vor Beginn einer Diät den Tierarzt aufzusuchen. Er wird den Gesundheitszustand der Katze überprüfen und feststellen, wie viel die Katze aufgrund ihres Zustandes maximal abnehmen darf und fachkundig begleiten.

Meist sind die Kohlenhydrate schuld an der Gewichtszunahme, weil Kohlenhydrate, die nicht verbraucht werden, als Fett gespeichert werden. Ein Futter mit weniger Kohlenhydraten und viel Proteinen führen zu einem verbesserten Stoffwechsel. Proteine kommen der natürlichen Katzenernährung am nächsten, da Katzen Fleischfresser sind. Ihre Reißzähne sind dafür da, Fleischbrocken abzureißen. Der Magen der Katze ist zur Verdauung von Fleisch konzipiert, nicht von Körnern und Gemüse. Trockenfutter gehört nicht zur natürlichen Ernährung der Katze. Auch Light-Futter, das darauf abzielt, den Fettgehalt zu reduzieren, aber durch anderweitige Zugaben die Kohlenhydratmenge steigert, ist ungesund und ungeeignet. Wenn wir das Futter nicht selbst zubereiten wollen oder können, sollten wir ein kohlenhydratarmes und proteinreiches (qualitativ wertvolles) Nassfutter geben. Die Rationen sollten täglich 2 – 3 Mahlzeiten nicht übersteigen.

Adipositas Vorbeugung

Die Katze ist ein Kletterkünstler, sie springt und rennt sehr gerne. Außerdem ist sie eine gute Jägerin. Im Fachhandel gibt es viele Artikel wie Klettermöglichkeiten und Spielanregungen für die Katze. Sie liebt es, dem Futter hinterher zu jagen. Ausgelassenes Spielen, Trainieren sowie Schmuse- und Streichelstunden sind für die Katze eine willkommene Abwechslung.

Belohnungshäppchen, die während des Spiels oder Trainings gegeben werden, sollten von der Tagesration abgezogen werden. Wer sich Zeit für seinen Stubentiger nimmt, wird mit einer glücklichen und gesunden Katze belohnt. Wie heißt es doch so schön? Geht es der Katze gut, geht es auch ihrem Herrchen oder Frauchen gut!

Autor: Bianka Gistel

Bildquellen

  • Dicke Katze mit Maband: #122778519 | © grafikplusfoto - Fotolia.com

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